Die Pathanen

 

 

Paschtuni JungeDie Pathanen oder Paschtunen, wie sie sich selbst nennen, zählen über 20 Millionen und stellen 55% der afghanischen und 13% der pakistanischen Bevölkerung. Traditionell leben sie auf beiden Seiten der Nordwestgrenze Pakistans zu Afghanistan. Sie haben sich den Ruf von stolzen unabhängigen Kriegern erworben, da sie sowohl die Invasionen von Alexander dem Großen und der Moghul Herrscher, als auch die der Russen und der Briten abgewehrt haben.

Ihre Sprache ist das Pushto, das drei Hauptdialekte und viele lokale Variationen aufweist.

 

Strenger Verhaltenskodex

Die Pathanen haben ihren eigenen Verhaltenskodex „Pukhtunwali“ genannt, der befolgt werden muss. Die Einhaltung des Kodex, der sogar im Widerspruch zum islamischen Gesetz stehen kann, wird durch die „Jirga“ oder das Konzil der Ältesten überwacht.

 

Lebensweise der Pathanen

Die Pathanen sind vor allem Bauern. Im Laufe des zwanzigsten Jahrhunderts wechselten die meisten von einer nomadischen zu einer sesshaften Lebensweise. In den letzten Jahren sind viele auf der Suche nach Arbeit in die Städte im Süden abgewandert. In Karatschi allein leben zwei Millionen Pathanen. Moderner Technik und wissenschaftlichem Fortschritt begegnet dieses Volk sehr aufgeschlossen. Führende Leute im Bereich der Informationstechnologie, der Chirurgie und der Ingenieurwissenschaften sind Pathanen.

Pathan Frau mit BüffelkalbDie Frauen fristen ein einfaches Leben in ihren Häusern. Allerdings wird mehr und mehr akzeptiert, dass auch Mädchen die Schule besuchen dürfen. Das ganze Leben der Frauen ist bestimmt durch das Einhalten des „Purdah“, was soviel heißt wie „Vorhang“. Es beschreibt die Trennung der Frauen von den Männern mit der Ausnahme naher Verwandter. Wenn die Frauen das Haus verlassen, bedecken sich alle mindestens mit einem Schal, öfters jedoch mit einer „Burkha“, die den ganzen Körper bedeckt und nur Sehschlitze freilässt. Ehen werden immer von den Eltern des Mädchens arrangiert.

 

Pathanen und die Religion

Pathanen haben einen Grundsatz: „Pathane zu sein, heißt Muslim sein“. Sie kennen keine Ausnahmen. Männer und Frauen folgen dem orthodoxen Stil des Sunni Islams. Die meisten lernen den Koran in Arabisch zu lesen, beten regelmäßig und fasten im Ramadan. Sie haben aber auch religiöse Praktiken mit animistischem Unterton.

Die christliche Arbeit unter den Pathanen geht zurück auf William Careys Serampore Mission. Diese Mission publizierte das erste Pustho NT im Jahre 1818. Längst gibt es die ganze Bibel in ihrer Sprache. Alte Frau mit Henna gefärbtem Haar

Viele Missionen haben versucht die Pathanen für Jesus zu gewinnen. Dabei wurden viele Niederlagen durchlitten und es hat sich nur wenig Frucht gezeigt. Im Moment gibt es nur wenige Missionare, die unter ihnen tätig sind. Die Pathanen sind für das Evangelium sehr verschlossen und deshalb stellen sie eine der größten Herausforderungen für die christliche Gemeinde dar.

 

Verhaltenskodex der Pathanen

  • Vergeltung - Vergeltung ist obligatorisch und wird bei Streitereien über Gold, Frauen oder Land angewandt. Sie kann sich über viele Generationen hinziehen und schließt Blutvergießen ein.
  • Gastfreundschaft - Nahrung und Unterkunft wird jedem zur Verfügung gestellt. Gastfreundschaft kann wichtiger sein als Vergeltung, sollte ein Feind Unterschlupf suchen.
  • Zuflucht – Jedem, der vor dem Gesetz auf der Flucht ist, wird Asyl gewährt.

 

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