Die Biedscha 

 

 

Ein uraltes Volk

Biedscha MädchenDie Biedscha zählen über zwei Millionen und leben vor allem im Nordosten des Sudans, doch ihr Gebiet greift im Norden über nach Ägypten und im Süden nach Eritrea. Port Sudan am Roten Meer ist ihre Hauptstadt. Seit mehr als viertausend Jahren durchstreifen die Biedscha das heiße, trockene Wüstenland und die kahlen Berge entlang des Roten Meeres auf der Suche nach Weideland für ihre Kamele, Rinder, Schafe und Ziegen. Das Leben in diesem Landstrich ist hart.

 

Liebe zur Dichtung

Noch immer sind viele Biedscha Nomaden oder Halbnomaden. Nur wenn ausreichende Niederschläge es erlauben, treiben sie auf überfluteten Flussebenen Ackerbau, sonst sind sie mit ihren Herden unterwegs. In anhaltenden Dürren verlieren sie oft ganze Herden und wandern in die Städte, wo sie Nahrungsmittelhilfe erhalten. Diese Hilfe hat in den letzten Jahrzehnten dazu geführt, dass ein Teil der Biedscha permanent in Städten wohnt und dort als einfache Arbeiter oder Kleinhändler ihr Leben fristen.

Als Volk bleiben die Biedscha gerne unter sich und zögern, Freundschaften mit Fremden einzugehen. Mit Vorliebe treffen sie sich und besingen ihre Ideale und durchfochtene Kämpfe. Dabei rezitieren sie auch Teile ihrer Volksdichtung. Ihr soziales Leben dreht sich um diese Zusammenkünfte, deren obligatorisches Ritual das Kaffeetrinken ist. Zum Teil wird dieser Kaffee mit Pfeffer gewürzt!

 

Biedscha MannGlaube und Aberglaube

Die meisten Biedscha sind Sufi Muslime. Die Mehrheit der Biedscha glaubt an eine dynamische spirituelle Welt von Geistern, welche ihr Leben und ihre Umgebung kontrollieren. Dadurch macht sich im Alltag oft Angst breit. Der Islam kam erst im fünfzehnten Jahrhundert n. Chr. aus Arabien zu ihnen und viele Biedscha glauben, dass sie zuvor Christen waren.

 

Den Anschluss finden

Die Biedscha waren im Laufe ihrer Geschichte immer unabhängig und sind nie von jemandem unterjocht worden. So wehrten sie sich auch gegen die von der Zentralregierung in Khartum betriebene Arabisierung ihres Volkes. Nach gewalttätigen Konflikten kam es 2006 zum Friedensschluss. Bis heute ist das Biedscha Gebiet völlig vernachlässigt, was Bildung, medizinische Versorgung und Infrastruktur angeht.

Während der Bürgerkriegswirren kam es zeitweise zu einer Allianz zwischen den Südsudanesen und den Biedscha. Durch diese Entwicklung kamen Christen aus dem Süden ins Biedscha Gebiet und erzählen ihnen von ihrem Glauben.

Endlich eine Schriftsprache

Nur etwa jeder fünfte Biedscha spricht Arabisch als Fremdsprache. Ihre Muttersprache heißt To Bedawie. Erst im 1999 konnte man sich auf ein Alphabet für die Verschriftlichung dieser Sprache einigen. Zum ersten Mal in der Geschichte der Biedscha soll ein Alphabetisierungsprogramm durchgeführt werden. Ihre umfangreiche Volksdichtung und Tradition, die bisher nur mündlich überliefert ist, kann nun schriftlich erfasst werden.

 

Schwer zugänglich

Nur wenige Biedscha haben sich je für Christus entschieden. Mitarbeiter von ReachAcross begannen 1978 eine medizinische Arbeit, waren aber elf Jahre später gezwungen, das Land wieder zu verlassen. Als Missionswerk ist es uns weiterhin ein Anliegen, dass die Biedscha mit dem Evangelium erreicht werden. Sie hungern nach Hoffnung und nach einem Ende der Angst.

 

Höchste Zeit,

  • das Wort Gottes in ihre Sprache zu übersetzen und niederzuschreiben.
  • diesem Volk in Not praktische Hilfe zu bringen.
  • die leidende Gemeinde zu unterstützten und zu ermutigen.

 

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